Praxistitel

DR. MED. DIPL.-ING. DIERK LANGENBECK

Facharzt für Allgemeinmedizin - Akupunktur - Homöopathie - Stuttgart - Vaihingen

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

    Häufige Unverträglichkeiten

DER IGG4-TEST:

Die Abklärung immunologisch vermittelter Nahrungsmittelallergien durch IgG- und/oder IgG4-Tests wurde in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Kritiker der Bestimmung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten vom Typ IgG-/IgG4 sehen im Auftreten von nahrungsspezifischen IgG-/IgG4-Antikörpern eine physiologische Auseinandersetzung des Immunsystems gegenüber Nahrungsmittelantigenen. Als Argument wird aufgeführt, dass auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen die nahrungsmittelspezifischen IgG-/IgG4-Antikörper ein physiologisches Epiphänomen darstellen.
Der Allergo-Screen®-Test identifiziert Antikörpern der Klasse IgG/IgG4, die das Immunsystem gegen Bestandteile von Nahrungsmitteln gebildet hat. Es werden hierbei die wichtigsten Grundnahrungsmittel untersucht.
Auch wenn die Bedeutung nahrungsmittelspezifischer IgG-/IgG4-Antikörper noch kontrovers diskutiert wird, sollte zumindest ein orientierender Test immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn der Patient Beschwerden hat, die trotz negativer klassischer IgE-Nahrungsmittelallergie-Tests an eine Unverträglichkeitsreaktion denken lassen. Differentialdiagnostische Überlegungen sollten auch den Ausschluss einer Kohlenhydratintoleranz (Laktose, Fruktose und Sorbit) und einer pseudoallergischen Reaktion gegenüber Nahrungsmittelzusatzstoffen und die sehr häufige Histaminintoleranz umfassen.
Die Untersuchung von IgG/IgG4-Antikörpern entspricht nicht dem klassischen Allergietest, bei dem ausschließlich Antikörper der Klasse IgE untersucht werden. Die IgE-vermittelten Reaktionen vom sogenannte Sofort-Typ führen in der Regel zu Beschwerden, die in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Antigenkontakt auftreten. Bei den im Allergo-Screen untersuchten IgG/IgG4-Antikörper getriggerten Reaktionen treten die Beschwerden in der Regel in verzögerter Form auf, so dass es erheblich schwerer ist, einen zeitlichen Zusammenhang zu den unverträglichen Nahrungsmitteln zu erkennen.

EIGENSCHAFTEN DER IgG4-ANTIKÖRPER:

Das humorale Immunsystem bringt bei chronischer Allergenkonfrontation spezifische IgG4-AK hervor, die hinsichtlich ihrer Allergenspezifität den jeweiligen IgE-Antikörpern entsprechen. Die IgG4-Antikörper binden nun freie Antigene, so dass IgE-vermittelte Allergiemechanismen nicht mehr stattfinden können.

EIGENSCHAFTEN DER IgG-ANTIKÖRPER:

Während die IgE-Produktion auch bei relativ seltenem Kontakt mit sehr geringen Allergenmengen initiiert wird, zieht ein intensiver Allergenkontakt eine spezifische IgG-Bildung nach sich. IgG-Antikörper der Subklassen 1-3 sind bivalent und können somit zwei Antigene gleichzeitig binden, wodurch Vernetzungen zwischen einer Vielzahl von Antigenen entstehen (Immunkomplexbildung). Geschieht dies moderat, findet eine weitgehend asymptomatische Phagozytose dieser Immunkomplexe statt. Übersteigt die Anzahl der Immunkomplexe die Phagozytose-Kapazität, kommt es zu einer Aktivierung sowohl des Komplementsystems als auch von Makrophagen, Granulozyten und Thrombozyten. In Abhängigkeit vom quantitativen Ausmaß der Antigen-Antikörperkomplexbildung werden die initiierten Immunreaktionen für den Patienten spürbar, da sich die Immunkomplexe am Gefäßendothel, im Bereich der Gelenke, in der Haut, im Muskel und andernorts ablagern und weitere Immunreaktionen auslösen. Beim Allergo-Screen® werden die wichtigsten Grundnahrungsmittel untersucht.

GLUTEN ALLERGIE:

Die Glutensensitive Enteropathie (Synonym Zoeliakie des Kindes bzw. einheimische Sprue des Erwachsenen) ist eine immunologische Erkrankung des Dünndarms, die durch die Unverträglichkeit gliadinhaltiger Nahrungsmittel charakterisiert ist. Labordiagnostisch können u.a. Gliadin- und Transglutaminase-Antikörper (in Stuhl- wie auch Serumproben) nachgewiesen werden. Eine Glutensensibilisierung liegt vor, wenn Gliadin-Antikörper nachweisbar sind, ohne dass eine Zottenatrophie erkennbar ist.
Nur 30-40% der Patienten zeigen einen abdominell symptomatischen Verlauf. Zu den möglichen gastrointestinalen Symptomen zählen ein "aufgetriebenes" Abdomen, Völlegefühl, Appetitlosikeit, ein irritables Darmsyndrom, abdominelle Schmerzen, Obstipation und Meteorismus. Wechselnd häufig klagen Patienten über Zungenbrennen und allgemeine Abgeschlagenheit. Die häufige atypische Präsentation der Glutenunverträglichkeit erstreckt sich von unklarer Müdigkeit mit Anämie bis hin zu den Folgen von Autoimmunerkrankungen (z.B.Thyreoiditis, Rheumatoide Arthritis).

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